Sonntag, 8. Oktober 2017

Chinesische Mondkuchen mit roter Bohnenpaste zum Mondfestival / Chinese Mooncakes

Am 04. Oktober war das traditionelle, chinesische Mondfestival - 中秋節. Mein könnte es grob gesagt, als das fernöstliche Erntedankfest bezeichnen, bei dem gefühlt alle Chinesen durchs Land reisen. Neben dem Frühlingsfest ist es das zweit größte Volksfest in China. Natürlich gehört zu jedem Fest auch eine besondere Leckerei. Traditionell gibt es zum Mondfest auch die sogenannten Mondkuchen. Der Mürbeteig wird mit unterschiedlichen Rezepturen gefüllt und anschließend in eine Mondkuchen-Form gepresst. Die Form ist mit fernöstlichen Mustern oder Schriftzeichen verziert. Nun gibt es für den Mondkuchen eine große Bandbreite an möglichen Füllungen. Da die Mondkuchen ein eher aufwendiges Rezept sind, was aber unheimlich Spaß macht und auch ein schönes Geschenk ist, habe ich heute eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung für euch erstellt.






Zunächst muss man sich natürlich entscheiden, wie der Mondkuchen gefüllt werden soll. Das Ganze variiert je nach Provinz aber es gibt in etwa vier traditionelle Füllungen: Lotuspaste, 5 Kröner, salziges Eigelb und Bohnenpaste. Lotuspaste und Eigelbfüllung ist eher im Süden Chinas verbreitet. Ich habe während meiner Zeit in China meistens Mondkuchen mit roter Bohnenpaste oder einer Krönerfüllung gegessen. Am einfachsten finde ich persönlich die rote Bohnenpaste und habe mich zum Einstieg dafür entscheiden. Wichtig sind natürlich auch die besonderen Mondkuchenformen. Ich habe euch unten einen Link einfügt, wo ihr die Formen kaufen könnt. Ich habe eine Art Stempel benutzt, was wirklich super funktioniert. Es gibt das Ganze auch als Holzmulde aber das ist für den Anfang doch recht knifflig und die Muster kommen nicht so schön zur Geltung.





Bevor die Mondkuchen-Produktion beginnen kann, muss die Bohnenpaste gekocht werden. Dafür benötigt ihr Azukibohnen, die min. 12 Stunden eingeweicht werden müssen. Wie ihr die Paste zubereitet, habe ich unten im Rezept beschrieben. Der Teig für den Mondkuchen ist eine einfache Mischung aus Mehl, Reismehl, Zuckerrübensirup und etwas Öl. Bevor die Kuchen nun gepresst werden, muss die Bohnenpaste in gleichgroße Portionen à 75g abgewogen werden. Die Masse dann gleichmäßig zu kleinen Kugeln rollen und mit Frischhaltefolie abdecken. Der Teig wird ebenfalls portioniert in 40g Bällchen.





Als nächstes wird der Teig portionsweise zu kleinen Fladen ausgerollt. Die Füllung wird komplett mit dem Teig umschlossen und wieder in den Händen gerollte, bis eine gleichmäßige kleine Kugel entsteht. Nun werden die Formen eingemehlt und gut ausgeklopft. Der Teig wird in die Form gepresst - dabei sollte die Naht nach oben schauen. Den Kuchen nun auf die Arbeitsplatte stempeln und anschließend auf ein Backblech mit Backpapier legen. Meine Mondkuchen sind leider etwas flach geworden, was einfach daran liegt, dass meine Teigkugeln zu klein für die Form war. Da der Kuchen aber gestempelt wird, klappte es trotzdem sehr gut. Probiert einfach ein bisschen aus, wie viel Teig ihr für eure Form braucht. Es sollte aber vom Verhältnis immer 2/3 Füllung und 1/3 Teig sein.





Nun werden die Mondkuchen gebacken. Nach kurzer Zeit kommen sie wieder aus dem Ofen und werden dann mit Ei bepinselt, damit sie schön glänzen. Hierbei ist es ganz wichtig, dass ihr min. 5 Minuten wartet, sodass die Kuchen abkühlen können. Ich war natürlich zu ungeduldig und mein Ei ist zu schnell fest geworden. Dadurch sind die Muster nach dem Backen nicht mehr ganz so schön. Beim nächsten Mal werde ich geduldiger sein und auch darauf achten, dass wenig Luftbläschen auf der Oberfläche sind. Am besten schmecken die Kuchen übrigens nach etwa 24 Stunden, da sie dann richtig durchgezogen sind. Wer sich nun übrigens fragt, wie rote Bohnenpaste schmeckt - mich erinnert es ein wenig an würziges Marzipan. Probiert es einfach aus! Ich habe nur positives Feedback bekommen und allein mit der Optik könnt ihr auf jeden Fall punkten.






Chinesische Mondkuchen mit roter Bohnenpaste



Zutaten

Für etwa 10 Stück

200 g Azukibohnen
220 g Zucker
3 EL Sonneblumenöl
1 1/2 EL Reismehl
2 EL Wasser
1 Prise Salz

200g Mehl
150ml Zuckerrübenrirup
3 EL Sonneblumenöl
etwas Wasser

1 Eigelb
etwas Wasser

Außerdem: Mooncake Mulden – könnt ihr z.B. hier kaufen*


Zubereitung

Zuerst wird dir Bohnenpaste zubereitet. Dafür die Bohnen mindestens 12 Stunden einweichen lassen. Anschließend abgießen und in reichlich Wasser etwas 2 Stunden köcheln lassen. Die Bohnen abgießen, pürieren und durch ein Sieb streichen. Die Masse dann in eine Pfanne geben. Zucker, Salz und Öl unterrühren. Reismehl und Zucker miteinander verrühren und hinzugeben. Die Masse wird nun eingedickt. Dafür einfach auf mittlerer Flamme ständig rühren, bis ein dicke, teigartige Masse entsteht - ähnlich wie weiches Marzipan. Am besten klappt das in einer beschichteten Pfanne und einem Silikon-Teigscharber. Der Vorgang kann ca. 30-40min dauern. Die Paste nun aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen.




In der Zwischenzeit wird der Teig zubereitet. Dafür einfach alle Zutaten miteinander verkneten. Es sollte ein gleichmäßiger, nicht zu weicher Teig entstehen. Nun werden Paste und Teig portioniert. Die Paste in Bällchen à 75g und der Teig in Kugeln à 40g. Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und die Bohnenkugeln hineinlegen. Dann vorsichtig den Teig verschließen. Die Mooncake Mulden bemehlen und die Teigkugeln hinein drücken. Dann auf die bemelten Fläche stempeln und vorsichtig auf der Mulde drücken. Die Mooncakes auf ein Blech mit Backpapier legen.







Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. Die Mooncakes für 10min backen. Dann aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Das Eigelb mit etwa 1 EL Wasser verrühren und durch ein feines Sieb streichen. Erst wenn die Mooncakes abgekühlt sind, das Ganze mit dem Ei bepinseln. Dabei darauf achten, dass wenig Luftbläschen auf den Küchlein ist. Hier kann man ansonsten noch nicht einem Zahnstocher nacharbeiten. Die Mooncakes nun für weitere 10min backen. Am besten schmecken sie, wenn sie 24 Stunden in einem luftdichten Behälter durchgezogen sind.




*Dieser Link ist ein affiliate link. Wenn ihr das Produkt über den Link kauft, bekomme ich eine kleine Provision. Für euch entsteht dabei kein Nachteil. 

 

Kommentare:

  1. Großartig! Ich liebe Azuki-Bohnenpaste - habe sie schon öfter selber gemacht und viel mit asiatischen Rezepten herumexperimentiert. Diese wunderschönen Kuchen kannte ich noch nicht - vielen Dank für deine tolle Beschreibung und deine wunderbaren Bilder!
    Herzliche Grüße,
    Yushka

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  2. Ich bin auch riesiger Azuki-Fan. Ich hab mich bisher nicht rangetraut, Mondkuchen mal selbst zu machen, aber mit deiner Anleitung sollte ich das mal tun! :)

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  3. Ich mag Bohnenpaste auch sehr gerne und die Küchlein sehen wirklich schön aus. Sehr Feierlich. Toller Post.

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